Der Naturforscher Dr. Otto Leege

 

 

 

 

 

 

"Vater des Memmert" und Ehrenbürger von Uelsen.

Geburtshaus von Dr. Leege

Schulklasse aus Uelsen mit Dr. Leege in der Bildmitte


 

Otto Leege wurde 1862 in Uelsen geboren. Leeges Vater war Zollbeamter, seine Mutter eine Pflanzenkennerin, die bei ihrem Sohn schon früh das Interesse an der Pflanzen- und Tierwelt weckte. 1876 schickten ihn seine Eltern auf die Präparandenanstalt und drei Jahre später auf das Seminar in Aurich, wo er die Ausbildung zum Lehrer abschloss. Ein Klassenausflug zur Insel Norderney im Jahr 1877 weckte in ihm den Wunsch, Lehrer auf einer der ostfriesischen Inseln zu werden.

 

Nach seiner Ausbildung zum Lehrer übernahm er 1882 eine Lehrerstelle auf der Insel Juist. Da er mit der Lehrerstelle alleine nicht genug verdiente, unterhielt er nebenbei auch die Post- und Telegrafenstelle der Insel und betätigte sich in der Inselkirche Juist als Organist. Schnell fesselte ihn die Pflanzen- und Tierwelt der ostfriesischen Inseln.

 

1888 betrat er zum ersten Mal die unbewohnte Nachbarinsel Memmert, die ihn bis zu seinem Tod beschäftigen sollte. Leege studierte nun über Jahre hinweg die Flora und Fauna der Insel. Dabei stellte er fest, dass die Vögel während der Brutzeit durch Jäger und durch Eiersammler rücksichtslos dezimiert wurden. 1906 konnte Leege nach einer Jagd praktisch keinen unverletzten Vogel mehr auf Memmert finden. Viele Kadaver von Altvögeln und verhungerten Jungvögeln lagen zwischen Patronenhülsen und angeschossene Vögel liefen in den Dünen herum. Leege setzt sich daraufhin intensiv für den Schutz der Vogelwelt während der Brutzeit ein.

 

Otto Leege hatte sieben Söhne und eine Tochter. Seine erste Frau Martha starb 1895 an Schwindsucht und ließ ihn mit vier Söhnen zurück. 1897 heiratete der Witwer die 21-jährige Engeline Theesfeld. Aus dieser Ehe gingen noch drei weitere Söhne und im Jahr 1899 die Tochter Eleonore, Nora gerufen, hervor.

1905 erschien Leeges erstes Buch, das ihn zu einem in Deutschland bekannten Ornithologen werden ließ: „Die Vögel der Ostfriesischen Inseln nebst vergleichender Übersicht der im südlichen Nordseegebiet vorkommenden Arten“. 1906 und 1907 folgten zwei Nachträge in der Ornithologischen Monatsschrift.

 

Leeges Bemühungen zum Schutz der Vogelwelt auf Memmert zeigten 1906 erste Früchte. Das „Betreten des Memmert in der Zeit vom 1. Mai bis 15. August jedes Jahres“ wurde durch die Königliche Wasserbauinspektion Norden „strengstens untersagt“.

Am 31. Juli 1907 wurde Memmert durch einen Erlass des preußischen Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten in Berlin zur Vogelkolonie erklärt. Die Initiative ging vom „Deutschen Verein zum Schutze der Vogelwelt“ aus. Otto Leege wurde vom Verein zum Bevollmächtigten bestellt.

 

1908 begann Otto Leege mit ersten intensiven Dünenschutzarbeiten, indem er Dünen bepflanzte. Die Schulferien über wohnte die Familie Leege jetzt zumeist auf Memmert. 1920 setzten Unbekannte Kaninchen auf Memmert aus, um sie anschließend jagen zu können; auch Otto Leege ging auf die Kaninchenjagd, allerdings mit der Absicht, sie schnell wieder auszurotten, da sie alle Pflanzen fraßen und damit den Dünenbestand gefährdeten.

Quelle: Wikipedia