Der Spöllberg

Das Gelände des Spöllberges liegt in der Gemeinde Gölenkamp in der Nähe des Ortes Uelsen.

Wir, die Verfasser, meinen diese Örtlichkeit gehört irgendwie auch zu Uelsen.


 

Fundort des „Goldenen Bechers von Gölenkamp“

 

Der Bericht wurde auszugsweise entnommen aus 3 Beilagen „Der Grafschafter“ aus dem Jahre 1954 und den Grafschafter Nachrichten aus dem Jahre 2005

Der Spöllberg trägt auf seinen Kuppen bronzezeitliche und unter Denkmalschutz stehende Hügelgräber. Auf einem diluvialen Heiderücken, der nach Osten hin ein geschlossenes Rund bildet, liegen sieben Kuppen von 2 bis 5 Meter Höhe und etwa 60 Meter Umfang. Die beiden Schenkel des Höhenzuges fassen eine weite Mulde mit einer Quelle im Westen ein. Hier in diesem Spöllberg wurde im Jahre 1840 der „Goldene Becher von Gölenkamp“ gefunden. Es handelt sich um das älteste Goldgefäß Mitteleuropas. Eine Nachbildung befindet sich im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Das Original besitzt der Fürst zu Bentheim und Steinfurt und bewahrt es im Schloss Burgsteinfurt auf.

Der Spöllberg wurde im Jahre 1936 auf Veranlassung des Heimatvereins Grafschaft Bentheim unter Schutz gestellt. Die vorläufigen Grenzen wurden festgestellt, anschließend erfolgte die Vermessung, und das Gebiet wurde in das Naturdenkmalbuch eingetragen. Da in den folgenden Jahren das Hügelgelände von allen Seiten angegriffen wurde, musste im Jahre 1953 eine neue Grenzziehung durchgeführt werden. Sie wird nunmehr als endgültig angesehen.

Im Laufe der Zeit wurde das Hügelgelände mehrfach von Wegen durchschnitten, die von den Bauern dazu benutzt wurden, Sand und Plaggen abzufahren. Gruben und Löcher entstanden und das Heidevorland des Spöllberges wurde bis an die Grenze einzelner Hügelgräber kultiviert.

 


Während des zweiten Weltkrieges errichtete der Luftschutz auf der höchsten Kuppe mit dem alles überragenden und weithin in der Landschaft sichtbaren Hügelgrab einen Beobachtungsbunker. Hinzu kam, dass einem Landwirt, der von der Gemeinde Gölenkamp die Mulde zwischen den beiden Schenkeln des Höhenzuges pachtete, von der Landesbauernschaft die Genehmigung zur Kultivierung dieser Flächen erteilt wurde.

 

In den Wirren der Nachkriegstage bezog eine vielköpfige Vertriebenenfamilie den verlassenen Bunker und richtete sich dort über viele Jahre ein. Mieten verunstalteten das schönste der Hügelgräber, ein Keller wurde hineingetrieben, an seinem Fuß entstand ein Garten, Hühnerställe und ein Brunnen wurden errichtet und ein Teil der Heidedecke machte einem Acker Platz.

Im Jahre 1954 hat die Vertriebenenfamilie den Spöllberg nach Zuweisung einer Wohnung verlassen. Der Schwiegersohn des Vertriebenen, der inzwischen eine neben dem Hügelgrab errichtete Baracke bezogen hatte, ist ebenfalls anderweitig untergebracht worden.

Somit kann mit der Wiederherstellung des Spöllbergs begonnen werden.

 

 

Der Goldene Becher vom Spöllberg

  Das unten stehende Foto ist verlinkt mit der Homepage der Samtgemeinde Uelsen.

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Der Fund selbst geschah am 17. Februar 1840. An diesem Tage grub der Kolon Pamann losen Sand für seinen Schafstall am Abhang des Spöllberges. Einen halben Fuß tief unter der Oberfläche stieß er dabei auf ein sonderbares Metallgefäß, dass seine Aufmerksamkeit in Anspruch nahm, dessen wahren Wert er aber nicht erkannte. So verkaufte er, trotz Einspruchs seiner Frau, das Fundstück schon am 18. Februar für einen Thaler an Salomon Vos in Uelsen. Von dort kam der Goldene Becher in die Schatzkammer des Fürsten von Bentheim und Steinfurt.

 

Die Ankerkette am Spöllberg

Die Geschichte des Spöllberges hat im Sommer 1999 den Künstler Luciano Fabro (geboren am 20.11.1936 in Turin – verstorben am 22.06.2007 in Mailand) auf eine Idee gebracht. Es gibt nämlich viele Menschen, die glauben, dass die Seele nach dem Tod auf eine Reise geht. Luciano Fabro sieht den Spöllberg aus diesem Grund als ein dahinziehendes, großes Schiff. Und zu einem richtigen Dampfer gehört natürlich auch eine schwere Ankerkette. Die hat Luciano Fabro in einen alten, italienischen Hafen entdeckt und in die Grafschaft bringen lassen.

Viele Menschen haben dann geholfen, die knapp 270 Meter lange und knapp 100 Jahre alte Ankerkette um den Spöllberg zu legen. Es gab auch einige Anwohner, die die Kette nicht wollten. Mittlerweile scheint sich aber niemand mehr besonders an der Kette zu stören. Sie ist fest in den Spöllberg eingewachsen. Luciano Fabro hat die „Kunstwegen“-Station „Tumulus“ genannt. Das ist Lateinisch und heißt „Grabhügel“.