Der Rönneberg

 

 

 

 

 

Eine Aufnahme um 1900. Das Haus stand an der Ecke Schulstraße / Rönnebergstraße. Die Personen sind leider namentlich nicht bekannt

 

 

Ursprünglich hatte der Rönneberg viel größere Ausmaße. Durch jahrhundertlangen Sandabbau, besonders an der Ostseite, schrumpfte der Berg sehr ab. Dadurch entstanden steile Abhänge und Hohlwege. Der Sandabbau wurde erst in den frühen 1970er Jahren beendet.

 

Die Rönnebergstraße (das Teilstück von der Neuenhauser Straße bis zum Hardinger Weg) führte durch die ehemalige Sandgrube (Sandgatt) und war als Sandweg auf dieser Trasse schon um 1850 vorhanden. In den 1950er Jahren wurde die Straße asphaltiert und in den 1960er Jahren folgte die Kanalisation durch die Firma Edmund Kreuzner aus Nordhorn. Im Jahre 2000 erhielt die Straße ihre heutige Form.

 

Früher führte ein Kirchweg von Lage über die Bauerschaften Hardingen und Höcklenkamp über den Rönneberg zur reformierten Kirche.

 

Bis in die 1920 Jahre, als die Bebauung begann, diente ein Teil vom Rönneberg als Tierfriedhof Denn es waren genug tiefe Löcher und Kuhlen vorhanden.

 

Im Jahre 1845 ließ der Weberei Fabrikant Rost aus Schüttorf in Uelsen 50 Webstühle laufen. Dabei brachte Rost die Weber in einem Gebäude an der Rönnebergstraße unter. Das Gebäude befand sich wohl im Bereich der heutigen Schulstraße/Rönnebergstraße.

Am 17.06.1913 wurde das Denkmal auf dem Rönneberg eingeweiht. Zur Erinnerung an die Völkerschlacht von 1813.

Die Gärtnerei Peter Meyer, die ihren Betrieb an der Rönnebergstraße 1 hatte, errichtete auf dem hinteren Teil vom Berg (hinter dem Denkmal) zwei Schuppen. Später wurde der eine Schuppen abgerissen. Der Zweite wurde zu einem kleinen Ferienhaus umgebaut.

Es gab noch eine zweite Gärtnerei an der Ecke Rönnebergstraße / Hardinger Weg. Sie wurde von der Familie Heinz Nitschke betrieben.

Der Teärtunnenverein (TTV Uelsen-Brink) brannte über Jahrzehnte sein Osterfeuer am Ostermontag auf dem Rönneberg ab. Wegen der starken Bebauung wurde es ab 1992 verboten.

 

Über viele Jahre diente der Berg als Fußball Bolzplatz für die Kinder und Jugendlichen vom Ortsteil Brink.

Im Jahre 1956 erfolgte eine Bepflanzung mit Birken. Hierzu ein paar Auszüge aus den Gemeindeprotokollen:

 

Ratssitzung vom 17.07.1956

Die Anlieger der Rönnebergstraße haben den Wunsch geäußert, eine Bepflanzung des Rönneberghanges in eigener Arbeit vorzunehmen. Dem Wunsche wurde entsprochen. Gemeindediener Pamann hat die Beaufsichtigung. Die Sandladestelle muss erhalten bleiben.

 

Ratssitzung vom 11.01.1957

Es wird darauf verwiesen, dass der Rönneberg nicht als Schuttabladestelle genutzt werden darf und die Birkenpflanzung soll fortgesetzt werden.

 

Ratssitzung vom 04.02.1957

Georg Ekkel und Wilhelm Hansmann legten der Gemeinde eine Rechnung über 142 Arbeitsstunden für Birkenanpflanzung auf dem Rönneberg vor. Der Rat nahm mit Befremden davon Kenntnis, da die Arbeit ohne Auftrag erfolgte und vorher über keine Bezahlung gesprochen sei. Der Rönneberg habe ohne Zweifel eine Verschönerung erfahren und in der nächsten Sitzung soll für die Arbeit ein Betrag als Anerkennung festgesetzt werden. Eine Ortsbesichtigung geht vorauf.

 

Ratssitzung vom 21.02.1957

Bezahlung der Birkenanpflanzung am Rönneberg. Nach einer gründlichen Aussprache kam der Rat ohne Widerspruch überein, an Wilhelm Hansmann und Georg Ekkel für die geleistete Arbeit eine Anerkennung von je 40,00 DM zu zahlen. Veldhuis hatte 30,00 DM und Hölters hatte 50,00 DM in Vorschlag gebracht. Die Gelegenheit ist damit abgeschlossen.

 

Noch eine kleine Anekdote zum Schluss. In den 1960er Jahren ließ sich ein ganz mutiger Junge aus dem Ortsteil Brink in einer geschlossenen Holztonne vom Berg rollen. Er hat diese „todesmutige“ Aktion unbeschadet überstanden.

 

Eine Zeichnung von 1950. Dieses Haus stand an der Rönnebergstr. 12. Links im Bild erkennt man eine „Nissenhütte“. Sie wurde bewohnt von einer Flüchtlingsfrau mit Sohn. Der Ehemann war im 2. Weltkrieg gefallen. Der Sohn war bei einem Bombenangriff verschüttet worden und litt deshalb an einer schweren psychischen Störung.

 

Gärtnerei Heinz Nitschke an der Ecke Rönnebergstraße/Hardinger Weg. Im Hintergrund in der Bildmitte sieht man die vormalige landwirtschaftliche Fachsschule jetzt Musikschule an der Höcklenkamper Straße.

 

Blick vom Rönneberg auf die reformierte Kirche in den 1950er Jahren.

 

Gärtnerei Peter Meyer an der Rönnebergstraße 1

 

Bepflanzung vom Rönneberg im Herbst 1956. Personen von links = Wilhelm Hansmann / Georg Ekkel. Das Kind im Vordergrund ist Dieter Steinecke