Die "fürstliche" Windmühle

Die Fotos sind aus dem Archivbestand des Heimatvereins Uelsen und Umgebung e.V.

Die "fürstliche" Mühle auf dem Mühlenberg gehört neben der großen Kirche zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Samtgemeinde Uelsen.

 

Das Datum ihrer Erbauung ist das Jahr 1748. Im August 1748 wurde in Neuenhaus von Graf Friedrich Karl zu Bentheim eine Übereinkunft unterzeichnet, in der die Bedingungen aufgeführt waren, zu denen er dem Bürgermeister Gerrit Bremann in Uelsen erlaubte eine neue Windmühle aus Sandsteinquadern auf einem Hügel in Uelsen, auf eigene Kosten,innerhalb eines Jahres zu erbauen. Dafür durfte er diese 20 Jahre pachtfrei betreiben. Damit diese finanziert werden konnte erhielt er zahlreiche für den Bau erforderliche Vergünstigungen. Außerdem erhielt er eine Art Monopol für das Mahlen von Getreide im Kirchspiel. Nach späteren Aufzeichnungen Bremanns sollen sich die Baukosten auf 7.000 Gulden belaufen haben. Eine gewaltige Summe!

(Die oben angebene Umstände über den Bau der Windmühle sind zumindest teilweise strittig.)

Zu der Zeit hat sich die Zugehörigkeit der Grafschaft Bentheim  verändert. Zunächst wurde die freie Reichsgrafschaft 1753 unter Graf Friedrich Karl an den König von Großbritannien und Kurfürsten von Braunschweig und Lüneburg auf vorerst 30 Jahre verpfändet.

Bei dem Hintergrund kann man das mögliche Vorgehen des Grafen verstehen (Anmerkung des Verfassers).

 

Bremann hatte kalkuliert aber leider ging seine Rechnung aus verschiedene Gründen nicht auf. So verpachtete zum 31. August 1769 die hannoverische Kammer Administration erstmalig die Mühle. Bremann bekam eine Ausgleichzahlung. 1787 mußte die Kappe dringend erneuert werden, dabei wurde das Mauerwerk um 4 Lagen erhöht (man sieht es heute noch).

Die Mühle durchlitt die Zeit mit teilweise schweren Be-

schädigungen. Am Neujahrstag 1834 machte ihr ein Sturm schwer zu schaffen, 1897 wurde sie vom Blitz getroffen und ein Flügel wurde beschädigt. Noch im gleichen Jahr kam ein neunjähriger Junge den Flügeln zu nahe. Ein tödlicher Unfall war die Folge. Zur Vermeidung weiterer Unfälle baute man einen Schutzzaun um die Mühle. Im Jahre 1910 wurde wiederum ein Flügel durch einen Blitz beschädigt. Während des 1.Weltkrieges und danach wurde nur wenig Korn gemahlen. 1928 schlossen sich die Tore endgültig. Kaufleute erwarben Mühle und das Gelände.Später kamen beides, im Austauschverfahren, im  Besitz der Gemeinde Uelsen.

Weiter unten auf dem Gelände wurde eine Gedenkstelle für die im Krieg ermorderten erstellt.                                     

Eine Bürgerinitiative rettete die Windmühle in den fünfziger Jahren vor den endgültigen Verfall. In den Jahren 2000/1 hat die Gemeinde Uelsen die Mühle, mit einem Aufwand von ca. 140.000 €,  gemeinsam mit dem Heimatverein renoviert.

Seitdem sind wir Nutzer der Mühle und Ansprechpartner für Ausstellungen und Besichtigungen.

 

Leider mußten im Jahre 2013 aus Sicherheitsgründen die Flügel demontiert werden.

 

In den Jahren 2016 und 2017 wurde die Mühle restauriert. Der  ursprünglicher Zustand der Kappe wurde wieder hergestellt und mit gespaltenen eichene Holzschindeln gedeckt.

 

Die Hauptwelle, die sogenannte Königswelle, wurde eingebaut und somit ein weiterer Ausbau möglich gemacht.

 

 

Jeder der einen individuellen Beitrag zur Erweiterung und Erhaltung der Windmühle leisten kann, ist herzlich willkommen!


Autor:

Heimatverein Uelsen und Umgebung

Quellen:

Ludwig Sager: Die Geschichte der Uelser Mühlen, 1956,

Der Grafschafter, Folge 37 Februar

Heinrich Voort: Geschichte der Wind- Und Wassermühlen, 1987