Die Bockwindmühle

So könnte die Mühle ausgesehen haben.

Auszug aus der Gaußschen Karte von 1856

 

In der linken oberen Ecke ist der Mühlen-B. eingezeichnet.

 

In den Ausführungen unten sind einige Vermutungen aufgeführt. Es kann also so einiges anders gewesen sein.

 

Noch um 1680 gab es angeblich in Uelsen nur Wassermühlen. 1728 aber existierte hier eventuell auch eine vom Wind angetriebene Mühle, denn damals waren "die Ulser Waßer- und Windtmühlen" an Johann Benning verpachtet. Für alle Anlagen zusammen erlegte er 160 Reichstaler im Jahr in die Kasse des Grafen. Ob mit ihrem Bau eine 1682 vor dem Richter in Uelsen erhobene Klage des Pächters in Zusammenhang zu bringen ist, daß viele Bauern der Umgebung die gräflichen Mühlen mieden und auf anderen Anlagen »anderswoh« - mahlen ließen, ist unbekannt aber denkbar. Wenn sie damals gebaut wurde, wäre eine solche Beschwerde verständlich.
Leider läßt sich der Bau der ersten Windmühle in Uelsen nur ungefähr auf das späte 17. oder frühe 18. Jahrhundert datieren. Es ist kaum daran zu zweifeln, daß es sich bei ihr um eine Bockwindmühle handelte, denn diese Art gab es an mehreren Orten der Grafschaft.
Der Standort dieser Windmühle ist nicht mit Sicherheit auszumachen, wir können aber davon ausgehen, daß sie nicht dort stand wo sich heute die Windmühle befindet (warum?). Wahrscheinlich befand sie sich auf einer Anhöhe etwa einen Kilometer westnordwestlich des Ortskerns, die in der Gauß'schen Karte von 1856 als »Mühlen B. « verzeichnet  ist. Nach meinen Erkenntnissen befindet sich dieser Hügel ganz in der Nähe des Anwesens der Familie Holtvlüwer an der Ziegeleistraße.


Benning blieb Pächter dieser Windmühle bis 1733; nach ihm pachtete sie Bürgermeister Ratering für sechs Jahre, wie üblich zusammen mit den beiden Wassermühlen.
Die Windmühle wird noch 1740 erwähnt, Pächter war damals Gerrit Bremann. Wenig später dürfte sie verschwunden sein, denn 1748 wird sie nicht mehr genannt. Mit dem Bau einer steinernen Windmühle, der in jene Zeit fällt, war sie überholt.

Falls es jemals diese Mühle gegeben hat.

 

Autor:

Heimatverein Uelsen und Umgebung e.V.

Die Fotos sind aus dem Archivbestand des Heimatvereins Uelsen und Umgebung e.V.

Quellen:

Ludwig Sager: Die Geschichte der Uelser Mühlen, 1956,

Der Grafschafter, Folge 37 Februar

Heinrich Voort: Geschichte der Wind- Und Wassermühlen, 1987